Der
Rubikon ist der antike Grenzfluss zwischen dem eigentlichen Italien und
Gallia Cisalpina in der südlichen Romagna - eine Gegend, die ihren ganz
eigenen Reiz hat und viele Besucher durch ihre außergewöhnliche
Schönheit und Leichtigkeit begeistert.
Begeistern kann man (frau) sich unbedingt auch für die Liebesgedichte und
erotischen Geschichten, die als "Briefe über den Rubikon" schwimmen.
George DeRos beschreibt in seinen Texten die schönste Sache zwischen
zwei Menschen mit einer Leichtigkeit, die begeistert, Lust auf mehr
macht und nie in Obszönitäten oder pornografisches Milieu abgleitet. Im
Gegenteil: Zarte, dabei lustvolle Geschichten erzählt er, immer
sinnlich und nie ohne den Schuss Erotik, der noch mehr erahnen lässt,
als da geschrieben steht und zugleich doch die eigene Phantasie anregt.
Sex ohne Liebe? Das scheint es für ihn nicht zu geben.
Jedes Gedicht, jede Geschichte gleicht einer Liebeserklärung, einem Brief,
den man selbst gern als geheimnisvolle Flaschenpost aus dem Rubikon
fischen würde oder am Strand angeschwemmt finden möchte. Und so, wie
Cäsar einst mit der Überschreitung des Rubikon 49 v. Chr. den
Bürgerkrieg herbeiführte, ist es George DeRos gelungen, sich wohltuend
hervorzuheben aus dem Einerlei der im Schnellschuss auf den Buchmarkt
geworfenen erotischen "Literatur".
(© 2003 Evelyn Schaust-Weber)
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